Deutschland? Da hilft nur noch beten

5 Min lesen

Buß- und Bettag? Ist das überhaupt ein richtiger Feiertag? Wenn mit der Frage gemeint ist, ob der Buß- und Bettag ein staatlicher Feiertag ist, so ist die Antwort seit 1995: Nein. Der Feiertag fiel der Sozialgesetzgebung, genauer gesagt der neu eingeführten Pflegeversicherung zum Opfer, obwohl der Buß- und Bettag eigentlich eine lange Tradition aufweist, die bis in die Antike zurückreicht.

In der evangelischen Kirche wurde bereits 1532 der erste Bettag begangen, damals aufgrund der „Türkengefahr“. Das ist auch die Idee, die hinter dem Buß- und Bettag steht: Ein freier Tag um Gott in Gebeten und Gottesdiensten zu bitten sich der Not eines Volkes zu erbarmen. Dies kann aus unterschiedlichen Gründen geschehen: aufgrund von Krankheit, Missernte, oder drohender Kriegsgefahr. In diesem Sinne hat der Feiertag im Zeitalter von grüner Misswirtschaft, ominösen Pandemieplänen und entflammenden Krisenherden seine absolute Berechtigung. Auch die „Türkengefahr“ der Neuzeit findet heute gewissermaßen ihr Äquivalent in im Islamismus, der leider nicht vor den Toren Wiens halt macht, sondern längst in deutschen Innenstädten virulent ist.

Da ist höchste Zeit an die Verheißungen aus der Bibel herauszuholen. Dort heißt es:

Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.“

Psalm 50,15

Dieser Vers, den Christen auch die “Telefonnummer Gottes” nennen, eröffnet eine gute Perspektive für schwierige Zeiten: Das Gebet. Das Rufen zu Gott. Beten heißt: Zur Ruhe kommen. Schuld bekennen. Ängste aussprechen. Sorgen ablegen. Vergebung empfangen. Zuversicht schöpfen. Das Gebet verändert Dinge weil bei Gott jedes Gebet erhört wird. Natürlich ist Gott kein Wunschautomat, aber es macht einen Unterschied, ob ich mit meinem Leid, meinen Sorgen und meiner Schuld alleine bin. Es macht einen Unterschied ob der Einzige, auf den ich mich verlassen kann, ich selbst bin, oder ob da jemand ist, der helfen kann.

Denn allein das Gehörtwerden und das Wissen, dass da jemand ist, gibt Hoffnung. Wer jemanden hat, bei dem er Schuld, Leid und Sorgen ablegen kann, geht aufrechter durchs leben. Mit anderen Worten:

„Wer vor Gott kniet, kann vor jedem Menschen gerade stehen.“



Nun mag der ein oder andere sagen: Sollten wir nicht lieber etwas tun? Ist beten nicht nur Zeitverschwendung? Eine lähmende Ablenkung? Dem sind zwei Dinge entgegenzuhalten:

1.) Es ist gar nicht so leicht am Bett eines todkranken Kindes, oder beim Warten auf einen Freund, der im Krieg kämpft, „etwas zu tun“. Manche Mächte und Situationen entziehen sich einfach unserem unmittelbaren Einfluss. Sie liegen nicht in unserer Hand. Wie gut, wen wir den kennen, der alles in seiner Hand hat.

2.) Darf man mit Luther sagen:

„Bete als ob alles arbeiten nicht nützt, und arbeite als ob alles beten nichts nützt“.

Absolute Gottzugewandtheit heißt gleichzeitig ganze Hingabe an die Welt. Das klingt zwar paradox, ist aber letztlich wahr. Diejenigen, die wissen woher sie kommen und wohin sie gehen, die wissen auch, dass ihr Handeln wichtig und sinnvoll ist. Und wer das weiß, der packt an. Viele der tatkräftigsten Gestalten der Geschichte waren Gläubige Menschen und Beter. Das gilt für den Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. (mehr zu ihm in unserer 28. Ausgabe) bis hin zu Bismarck. Das Gebet ist gleichzeitig ein Ort des Mutschöpfens und eine wertvolle Gelegenheit sich in Demut zu üben, also kurz: Die perfekte Herrscherschule.

Es bleibt mir also an diesem Tag nur herzlich zu empfehlen, dass auch die Netzleser der KRAUTZONE wenigstens für eine Stunde die Fenster der digitalen Welt schließen und – vielleicht bei einem kleinen Abendspaziergang – ins Gespräch mit ihrem Schöpfer kommt. Oder am Abend des Tages die Knie beugt, die Hände faltet und Gott um Vergebung, Kraft, Beistand und Segen für unser Land bittet.