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(K)ein Diskurs beim Deutschlandfunk – 20 Gründe, den ÖRR abzuschaffen

18. Juli 2023

Zu meinem Bedauern hörte ich neulich in den Podcast „Nach Redaktionsschluss“ vom Deutschlandfunk zu dem Thema „Schon wieder trans und queer – zu viele LGBT-Themen im Programm?“ hinein. Wer die Qualität des KRAUTZONE-Podcasts gewohnt ist, spart sich die Zeit lieber; aber damit auch Ihr über Eure Rundfunkabgabe traurig sein könnt, ohne Euch 40 Minuten lang verbal foltern zu lassen, habe ich die 20 schlimmsten Ärgernisse für Euch zusammengefasst:

1.) Der Podcast wird damit eingeleitet, dass anderthalb Millionen Menschen in Köln den Christopher Street Day besuchten, manche sich aber darüber beschweren würden, dass diese in den Medien zu viel Aufmerksamkeit bekommen würden. Selbstverständlich interessiert sich aber nicht jeder, der an einem solchen Event teilnimmt, für queere Themen.

2.) Der „Realitätscheck“ wird mit dem 75-jährigen Rentner und Psychologen Gerd Landshut vollzogen. Ihn qualifiziert, dass er eine wütende E-Mail an den Deutschlandfunk geschrieben hat (laut Redakteurin Annika Schneider „mit Schaum vorm Mund“), als er mit LGBTIQ-Inhalten auf seinem LG HDTV vollbombardiert wurde.

3.) Gerd Landshut geht es eigentlich nur um das Auflösen von Geschlechtsidentitäten und den Hype darum sowie die Einseitigkeit und Quantität der Berichterstattung. Im Titel des Podcasts wurde „intersektional“ aber bewusst weggelassen.

4.) Gerd Landshut kritisiert, dass Wissenschaftler, die propagieren, dass Transfrauen keine Frauen sind, aus dem Diskurs gemobbt werden. Die Frage daraufhin lautet: „Kennen sie queere Menschen?“

5.) Auf einmal geht es im Podcast nur noch um queere Menschen, die alles außer heterosexuell seien. Es wird bewusst das Schwulsein mit dem Erfinden von Geschlechtern vermischt.

6.) Annika Schneider: „Wenn ich den Eindruck gehabt hätte, dass Sie etwas gegen diese Gruppen haben, dann hätte ich Sie gar nicht eingeladen, das hätte ich auch gar nicht gedurft.“ Es wird also generell vermutet, dass diejenigen, die LGBT-Themen im Programm für überrepräsentiert halten, in Verbindung zu denen stehen, die alle „queeren“ Menschen ausrotten wollen. Zitat weiter: „Wir geben Ihnen hier keine Bühne, um gegen queere Menschen zu hetzen.“ Den restlichen Podcast über wird die falsche Dichotomie zwischen Queeren und Menschenfeinden bemüht.

7.) Redaktionsleiterin Christine Watty meint: „Faktisch ist die Gewichtung der queeren Themen meines Erachtens…“. Sie merkt an, dass beim Deutschlandradio nicht zu viel über LGBTQ-Themen berichtet wird, aber Menschen das so falsch wahrnehmen. Im Laufe der Folge wird sie noch öfter über Gefühle und Fakten entscheiden, obwohl sie anscheinend beides durcheinanderbringt. Studien oder eingängige Beispiele werden von keiner Seite bemüht; allein das Gendern, das alle x-beliebigen Geschlechter miteinbeziehen soll, ist ein fantastisches Argument für die Omnipräsenz queeren Rumgenerves beim ÖRR.

8.) Die LGBT-Beiträge des Deutschlandfunks handeln von der Illegalität von Homosexualität in Kenia und von Diskursen in den USA. Beides hat natürlich nichts mit der Repräsentation von queeren Menschen in Deutschland zu tun.

9.) Es wird festgestellt, dass Gewalt gegen queere Menschen existiert. Herrn Landshut wird vorgeworfen, dass er diejenigen als Opfer darstellen wolle, „die queere Menschen angreifen“.

10.) Von Frau Watty wird dauernd von „der Debatte“, die medial dargestellt werde, gesprochen. Was aber genau ist „die Debatte“? Kein Wort von Geschlechtsumwandlungen, Hormonblockern bei Kindern, Frühsexualisierung oder Männern im Frauenknast.


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11.) Es wird verlautbart, der Deutschlandfunk zeichne nur aktuelle Debatten nach, dabei ist dies natürlich ein selektiver Prozess.

12.) Landshut kritisiert den Phobiebegriff. Es wird darauf umgelenkt, dass „Rechtsextreme“ gegen LGBTQ-Themen hetzen, um Wähler zu generieren. Man kritisiere die queeren Menschen sowieso nur, um Stimmung zu machen. Um Inhalte der LGBTQ-Kritik geht es immer noch nicht.

13.) Landshut meint, dass Opfergehabe und Queersein ein Trend seien. Ihm wird entgegnet, dass queere Personen sehr wohl Opfer seien und er nur emotional argumentiere. „Leben, wie man ist“ sei ein wichtiges Thema für alle, deswegen gebe es keine Überrepräsentation solcher Themen.

14.) Queer sollen zwischen vier und elf Prozent in Deutschland sein. Mit dieser Zahl kann man nichts anfangen: Dazu zählen bineugierige Mädchen genauso wie der mehrfach umoperierte Transmensch.

15.) Annika Schneider stellt fest: „Transmenschen sind Menschen, denen von außen ein Geschlecht zugeschrieben wird, das sie nicht als das ihre empfinden.“ Das ist eine schwachsinnige Definition, denn danach ist jeder ein Transmensch, der versehentlich für das andere Geschlecht gehalten wird. Außerdem suggeriert sie, dass die Schuld am Trans-sein die Gesellschaft trage.

16.) Aber Herr Landshut. SIE würden doch nicht Ihr Geschlecht im Personalausweis ändern, um eine Quotenposition in einem Vorstand zu besetzen?

17.) Herr Landshut, warum beschäftigt Sie das Thema so, warum wurden Sie so getriggert? Woher Ihr krankhafter Hass auf schwule Menschen, der Sie nachts nicht schlafen lässt? (Die letzte Frage wurde ihm faktisch nicht gestellt, aber es hat sich so angefühlt.)

18.) Dem inzwischen kleingeredeten Herrn Landshut wird vorgeworfen, er wolle nur, dass anders über queere Menschen berichtet wird, nicht weniger. Dass beides zusammengehört, kommt niemandem in den Sinn.

19.) Frau Watty merkt an, dass „laut Studien“ (?) „LSBTI“-Menschen in den Medien unterrepräsentiert seien. Der Titel des Podcasts scheint nun endgültig falsch gewählt; auch weil das Ergebnis seitens der Redaktion von vornherein feststand. Der Titel hätte lauten sollen: „Wie man einen weltanschaulich nicht gefestigten Normie in einer Debatte dumm aussehen lässt.“

20.) Kritiker des öffentlichen Rundfunks seien rechtsextrem und bedrohten die Ersteller von LGBTQ-Beiträgen. Herr Landshut ist jetzt viel zufriedener, weil man ihn ja öffentlich hat zu Wort kommen lassen.

PhrasenDrescher

Der Phrasendrescher - wie könnte es anders sein - promoviert derzeit interdisziplinär in der Philosophie und der Politikwissenschaft. Als glühender Verehrer von Friedrich Nietzsche weiß er, dass man auch Untergänge akzeptieren muss und arbeitet bereits an der Heraufkunft neuer, stärkerer Werte.


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