CC BY-SA 3.0, Daniel Biskup, Wikicommons

Lambrecht weg – Was verspricht sich die Regierung von Pistorius?

4 Min lesen

Na, was hab’ ich gesagt? Wenn die „Tagesschau“ deinen Namen als Ampelpolitiker in einem Zusammenhang mit „Rücktritt“ erwähnt oder, wie bei Lambrecht Anfang des Monats, diesen sogar fordert, dann bist du Toast. Die Frage ist nur weiterhin, warum. Den eigenen Sohn, während der gemeine Pöbel dazu angehalten ist, für die Freiheit zu frieren, in Regierungsmaschinen in den Urlaub zu kutschieren, war ja nur eine „angebliche Panne“. Aber das Ansteckmikro an Silvester auszulassen und ein wenig holprig die selben Standard-Phrasen zu dreschen wie ein paar Tage zuvor erst Steinmeier, das war dann doch zu viel des Guten.

Bevor ich das Video selbst gesehen habe und nur unter dem Eindruck der Presseüberschriften hatte ich so ungefähr das Bild gewonnen, dass Lambrecht besoffen durch Berlin getorkelt sei und so etwas gegrölt hätte wie „Putin, du Fresse, mach’ ma Krieg zu, Krieg soll zu sein!“. Das Video, um das es dann tatsächlich ging, war in seiner Unbedarftheit bestenfalls einen kleinen Schmunzler wert.

Insofern wirkte es von Anfang an wie ein abgekartetes Spiel. Spekulationen in die Richtung, sie habe sich in Sachen Waffenlieferungen permanent quergestellt, tauchten rasch auf, aber bislang noch nichts Handfestes. Am Montag war es dann so weit: Nach vier Tagen Berichterstattung über angebliche Rücktrittspläne, von der das ZDF selbst sagt, sie könnte genauso gut als selbsterfüllende Prophezeihung der letztendliche Auslöser ihres Ausscheidens gewesen sein, warf sie dann hin.

Der Nachfolger wurde binnen 24 Stunden ernannt: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius übernimmt das Amt. Verständlich, zumal er Silvester eine wesentlich souveränere Figur abgab, als er die migrantischen Ausschreitungen einem „rechtsextremen Milieu“ andichtete. Die Impfpflicht bezeichnete er als „einzige Chance, diesen Virus endlich in den Griff zu kriegen“. Der AfD warf er vor, „genau dasselbe zu versuchen wie die NSDAP, weil eine Ex-AfD-Abgeordnete sich eine Whatsapp-Gruppe mit Opa Heinrich und seinem Ravioli-Schrank teilte. Die Partei bestehe aus „Feinden der Demokratie“, derer Versuche, die Polizei zu infiltrieren, man Herr werden müsse, indem man die Polizei verjünge und möglichst viele junge Frauen und Migranten einstelle – fast so, als würde der ganze Feminismus und Antirassismus gewissen anderen politischen Zielen dienen, als nur den armen Frauchen und braunen Loiden beizustehen.



Warum genau Lambrecht nun weg musste, werden wir in den kommenden Wochen sehen. Was einige Medien sich davon versprechen, war ja vorprogrammiert:

„Der neue Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die einmalige Chance, mit einer historischen Ankündigung anzureisen und grünes Licht für Panzerlieferungen zu geben. Viel Zeit haben die Ukraine und ihre Partner nicht, die noch brutalere und blutigere Phase des Krieges steht bevor. Deutschland kann sich eine weitere Zurückhaltung nicht mehr leisten“

… so schrieb der „Focus“ direkt am Tag von Pistorius’ Ernennung.

Sollten jetzt wirklich schlagartig deutsche Kampfpanzer in den Osten rollen, dann würde aus dem Geschmäckle, das sich aus den kuriosen Umständen des Wechsels an der Spitze des Ministeriums sowie besagten Gerüchten über Lambrecht ergibt, so langsam ein starkes Aroma, und nicht gerade ein wohlschmeckendes. Schon diesen Freitag könnte es so weit sein: In Ramstein wird Pistorius sich mit weiteren Verbündeten der Ukraine treffen, um die weitere Unterstützung zu besprechen.

6 Comments

  1. Hochrangige Politiker wie StrackZimmermann und Hofreiter haben sich mehrfach öffentlich darüber beschwert, dass das Problem bei den Waffenlieferungen “im Kanzerlamt sitzt”. Der Verteidigungsminister ist Weisungsgebunden. Wenn Scholz schon vor einem halben Jahr gewollt hätte, dass der Puma oder Leopard geliefert wird, hätte Lambrecht sich dem nicht widersetzen können.

    Es ist eher so, dass auch dem letzten Michel langsam gedämmert hat, dass diese Frau eine Fehlbesetzung ist. Nur 11% wollten, dass Lambrecht im Amt bleibt. Das sind schlechtere Beliebtheitswerte als bei AFD-Politikern.

    Die Wende bei der Lieferung von Panzern zeichnete sich bereits vor ihrem Wechsel ab. Daran sind aber in erster Linie die Briten mit ihrer Ankündigung Challenger II zu liefern schuld und weniger eine nichtsbedeutende Personalrochade.

  2. StraZi hat Pistorius zum Amt gratuliert und findet es toll das er den Posten hat.
    Da scheinen Panzerlieferungen wohl schon sicher zu sein…

  3. Dann lasst doch die ganze nach Krie schreiende Politikerkaste auch selbst in den Krieg ziehen. Vorneweg Unsere Ach so taffe Außenministerin mit Ihrem Robertchen und Ricarda auf dem Fahrersitz .

  4. Unsere Panzer sollen ja “schwangerschaftsfähig” sein. Aber gegen Ricarda die Lange sehen normale Frauen im 9 Monat so richtig schlank aus. Solche Politiker passen auch unschwanger in keinen Panzer rein. Wie sollen die denn bitte zur Front kommen? Und dann in was für einer Kampfuniformgröße?

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.