Predigt zum Buß- und Bettag – Zeit, umzukehren!

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Heute ist Buß- und Bettag. Da dieser Tag seit 1995 außer in Sachsen nur noch ein kirchlicher und kein staatlicher Feiertag ist, werden viele wohl nur am Rand davon Notiz genommen haben. Die meisten Menschen verbinden wohl auch inhaltlich wenig mit diesem Tag, wie allgemein mit dem Konzept der Buße. Dies ist schade, da gerade in diesem Jahr mit Inflation, Kriegsgefahr, Energiepreisteuerung etc. genug Anlass wäre sich zu besinnen und ein Gebet nach oben zu schicken. Dies ist auch der eigentliche Sinn dieses Feiertags: Es geht um Buße im Sinne eines Schuldbekenntnis und um das Gebet an Gott mit der Bitte um Beistand in einer schweren Zeit.

Buße ist die angemessene Reaktion, wo der Mensch merkt, dass er, seine Familie oder sein ganzes Land mit ihren Vorstellungen und Taten in eine Sackgasse geraten oder gar gegen eine Wand gefahren sind. Das dies oft mit der Abkehr von Gott und seinen Weisungen zusammenhängt wird in vielen Bibelstellen beschrieben. Einer davon ist die heutige Tageslosung:

„Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht.“

Hiob 28,28.

Ein weiterer Vers der besonders den libertären Lesern gefallen dürfte steht im Buch der Sprüche:

„Ein König richtet das Land auf durchs Recht; wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde.“

Sprüche 29,4.

Die Bibel bietet viele gute Ratschläge und Ordnungen anhand derer wir erkennen können was gut und schlecht ist. Es reicht allerdings nicht bei der Analyse oder ein paar Anschuldigungen stehen zu bleiben. Wenn ich sehe wie schlecht es meinem Land geht, reicht es nicht zu schimpfen und einen spitzen Artikel zu schreiben, es gilt, was der Prophet Jeremia gesagt hat:

„Was murren denn die Leute im Leben? Ein jeder murre über die Folgen seiner Sünde! Lasst uns erforschen und prüfen unsern Wandel und uns zum HERRN bekehren!“

Klagelieder 3,39-40.

Das eigentliche Problem liegt nämlich nicht in der Gesellschaft, sondern in jedem einzelnen Menschen. Es ist seine Gottesferne und die seiner Mitmenschen die die eigentliche Ursache seines Leides ist. Der Buß- und Bettag gibt uns Gelegenheit unser Leben vor Gott zu prüfen. Sei es, dass wir uns mal eine halbe Stunde Zeit nehmen und Gott bitten uns in unserem Gewissen aufzuzeigen, wo wir seine Vergebung nötig haben, oder das wir uns die 10 Gebote mal in aller Ruhe durchlesen und dabei über unser Leben nachdenken (2. Mose 20).



Der Buß- und Bettag ist ein Tag an dem wir unsere eigene Schuld vor Gott bringen dürfen und im Gebet für unser Land und unsre Mitmenschen eintreten dürfen. Warum nicht nach Stunden, Tagen und Jahren des Meckerns und Aufregens mal eine Klage und eine Bitte vor den Herrn bringen? Zumindest ein: „Herr warum strafst du uns mit so inkompetenten Politikern?“ und ein „Bitte schenk doch, dass ich mit meiner Familie über den Winter komme, ohne, dass die Gasrechnung uns in den Ruin treibt“. Aber vielleicht sogar ein „Herr ich bekenne, dass meine eigene Gottlosigkeit, Trägheit und Begierde auch zum Verfall von Werten in diesem Land beigetragen hat. Dafür bitte ich um Vergebung und Leitung.“ Denn heute ist der richtige Tag dafür, damit anzufangen und bei Jesus dürfen wir immer wissen:

„Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“

1.Joh 1,7-9

2 Comments

  1. Friedrich Nietzsches “Der Antichrist” war eines der besten Bücher, das ich seit langem gelesen habe. Ich gebe ihm zu 100% recht was das Christentum anbelangt. Diese Nahostreligion bietet nichts weiter als Schuld und Sünde. Diese Ideologie trägt einen sehr großen Anteil daran, dass Westeuropa islamisiert werden konnte.

  2. „Herr warum strafst du uns mit so inkompetenten Politikern?“ wäre eine schöne Frage in der Predigt. Leider müsste der Prediger aber die Antwort auch gleich schon mitliefern: “Weil zu viele Leute sie wählen, auch wir.” Bei der Frage würde der eine oder andere in der Kirchenbank vermutlich noch schmunzeln (“unser Pfarrer ist aber wieder verwegen heute…”), was aber an seinem Wahlverhalten natürlich nichts ändern würde. Die in der EKD verbliebenen Schäfch*/:Innen sind ganz überwiegend ideologisch voll auf Linie: man ist “gegen rechts”, man fühlt sich verantwortlich für alles Elend in der Welt, man bezieht Information nur durch die Kartell- und FakeNews-Medien, und man stimmt in den Synoden jedem Unsinn zu, mit dem die Funktionäre und polit. Aktivisten diese Kirche stetig zu einer woken NGO umbauen. Gehaltvolle Theologie oder geistliche Substanz? Fehlanzeige. Diese Kirche bräuchte Buße und Gebet dringender denn je – aber sie hatte ja schon 1995 nicht mehr Kraft, sich gegen die Streichung des Feiertags zu wehren. Und die sächsische Landeskirche hatte einfach nur Schwein gehabt, dass Kurt Biedenkopf regierte.

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