Steuer- und Abgabenquote weiterhin auf Rekordniveau

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2021 wurde Deutschland nur Vizeweltmeister was Steuern und Abgaben betraf. Unser sozialistischer Bruderstaat Belgien knackte zum wiederholten Mal in Folge die 50 Prozent-Schwelle. In Belgien lag die Steuern- und Abgabenquote im “Corona-Jahr” 2021 bei 52,6 Prozent. Deutschland konnte “nur” einen Wert von 48,1 Prozent vorweisen.

Was bedeutet das: Die Steuer- und Abgabenquote (engl. tax wedge; Steuerkeil) ist der Anteil am Lohn eines durchschnittlichen Arbeitnehmers, der für Steuern und Sozialabgaben (Arbeitgeber- und Arbeitnehmer) draufgeht. Im Klartext: Erwirtschaftet ein alleinstehender Deutscher mit einem durchschnittlichen Einkommen 1.000 Euro, gehen davon 481 Euro für Steuern- und Sozialabgaben drauf. Ihm bleiben lediglich 519 Euro in der eigenen Tasche.

Doch selbst da bleiben sie nicht lange: Denn natürlich fallen für seinen Konsum noch weitere Steuern an. Die Mehrwertsteuer beispielsweise ist der größte Posten bei einfachen Konsumausgaben und beträgt in Deutschland zumeist 19 Prozent. Die Kaufkraft von 519 Euro sinkt damit auf 436 Euro Netto. Dazu kommen natürlich noch zahlreiche anderen Steuerarten wie die KFZ-Steuer, die Energiesteuer, Branntweinsteuer, Biersteuer, Tabaksteuer, Kaffeesteuer, die Hundesteuer usw, welche die reale Kaufkraft nochmals deutlich schmälern. Nicht zu vergessen ist natürlich die aktuelle Kapitalhaltungssteuer. Noch nie gehört? Nennt sich Inflation und liegt aktuell jährlich bei etwa 10 Prozent.

Grob geschätzt bleiben dem Durchschnittsdeutschen von seinen erwirtschafteten 1.000 Euro also vielleicht noch 350 Euro.



Dass es auch ohne libertäres Utopia oder Privatrechtsgesellschaft anders geht, zeigen zahlreiche Nachbarländer. Die Schweiz als wohlhabendste Flächenland Europas hat gerade einmal eine Gesamtabgabenquote von 22,8 Prozent. Auch die Angelsachsen sind (noch) vergleichsweise freiheitlich eingestellt: Hier muss der Durchschnittliche Arbeiter nur 31,3 Prozent abgeben.

Dass es einen Ausweg aus dem anbahnenden Sozialismus gibt, zeigen interessanterweise die skandinavischen Länder: Schweden und Dänemark, als sozialistisches oder zumindest sozialdemokratisches Paradiese bekannt, haben lediglich eine Abgabenquote in Höhe von 43 respektive 35 Prozent. Lediglich? Noch immer zählen die skandinavischen Länder zu den Ländern mit den meisten Abgaben – im Vergleich zu den 1990er oder 2000er hat man es aber geschafft, den ausufernden Sozialstaat weiter rückzubauen und nach und nach mehr freie Marktwirtschaft einzuführen. Im Jahr 2000 lag Schweden beispielsweise noch bei einem Wert von 50,1 Prozent – es liberalisierte sich als deutlich. Mittlerweile gehören dem Arbeitnehmer sieben Prozentpunkte mehr “vom Brutto”. Auch in Dänemark sank der Wert von vormals 41,5 Prozent (2000) um 6,5 Prozenpunkte.

Natürlich sind die skandinavischen Länder keine freiheitlichen Paradiese und in puncto Einwanderung, Überalterung, Gesellschafts- und Kulturpolitik entwickeln sie sich simultan zu den anderen westlichen Ländern. Dennoch zeigt die Entwicklung: Liberale Reformen sind möglich und der ausufernde Sozialstaat kann über Reformen zurückgedrängt werden, wenn denn der politische Wille da ist.

2 Comments

  1. Die relevante Frage ist dabei immer auch:
    Was bekommt man dafür zurück?

    In unserem Falle: Dreiste Verachtung durch überfütterte Volkstreter und ein paar nukleare Kuckuckseier der transatlantischen “Freunde” obendrauf.
    Von den zahlreich zunehmenden “Schatzkisten” an jedem Ortsrand samt ihrem Inhalt ganz zu schweigen.

  2. Hallo Krautzone,
    recht interessanter Artikel. Allerdings ist die Angabe über die Höhe der Steuerlast etwas irreführend! Die tatsächliche Steuerlast eines Otto- Normalverdieners dürfte sich im Bereich deutlich über 90% bewegen. Für die direkten Steuern trifft eure Angabe wohl zu aber meist wird vergessen, dass die Erzeugnisse welche man von seinem Netto erwirbt ja über Hersteller, Veredler , Logistiker und Verkaufsketten schon mit erheblichen Steueraufschlägen versehen wurden. Jedes Unternehmen das hier im Lande wirtschaftet muss ja auch erhebliche Steuern abführen. Wenn man dabei auch Lohnnebenkosten und Ähnliches reinrechnet bleibt nur ein ernüchternd kleiner Restbetrag für den eigentlichen Mehrwert des Konsumenten.
    Mit freundlichem Gruß

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