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Warum werden junge Frauen linker, während junge Männer wieder vernünftiger werden?

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Gen Z, also die Generation jener Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, ist politisch gespaltener denn je. Das ergab kürzlich eine internationale Analyse des „Survey Center on American Life“. Während junge Frauen in den vergangenen zehn Jahren vermehrt links wählten und sich im politisch linken Milieu engagierten, verorteten sich zugleich immer mehr junge Männer bei rechten Parteien. Ein Trend, der nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, insbesondere der Bundesrepublik, um sich greift.

So weit, so gut. Verwundern mag dieses Ergebnis in Bezug auf junge Frauen vermutlich niemanden, wenn man bedenkt, dass die meisten Führungskader innerhalb der Klimabewegung in den vergangenen Jahren weiblich waren und sogar die antifaschistische Terrorgruppe „Hammerbande“ von Lina Engel und damit einer Frau angeführt wurde. Unser politischer Diskurs wird immer emotionaler geführt, sei es in Sachen Klimawandel, #MeToo- und Sexismus-Debatten oder aktuell beim „Kampf gegen rechts“. Diese Form der Debattenkultur fördert also gerade junge Frauen, welche grundsätzlich eher emotionale Wesen sind, während sie auf der anderen Seite junge Männer, welche eher nach klaren Fakten suchen, vernachlässigt und abschreckt. Doch woher rührt diese massive Spaltung innerhalb der jüngeren Generation? Und warum gibt es neuerlich immer mehr junge Männer, die nach rechts „abdriften“?

Wie gut doch, dass wir in der Bundesrepublik nicht nur couragierte Bürger haben, die heldenhaft gegen vermeintlich „rechtsextreme“ Parteien in der Opposition und deren von „Correctiv“ herbeifantasierten Geheimplan demonstrieren. Nein, zum Glück haben wir außerdem Demokratieforscher wie Wolfgang Merkel und exzellente Qualitätsjournalisten wie Oliver Trenkamp, die sich der Sache analytisch annehmen. Trenkamp bezieht sich auf Wolfgang Merkels Einschätzung und nutzt dazu Yodas Worte, um das Wahlverhalten junger Männer zu beschreiben: Demnach seien es Furcht und Verunsicherung, die ebendiese auf die „dunkle Seite der Macht“ und damit in die Arme rechter Parteien treiben würden.

Offenbar reicht es heutzutage aus, als studierter Politikwissenschaftler aus „Krieg der Sterne“ zitieren zu können, um politische Analysen abgeben zu dürfen. Die Zukunftsängste junger Menschen aufgrund von Phänomenen wie unkontrollierter Massenmigration, Verlust der inneren Sicherheit, Wohnungsnot oder Inflation scheinen ja auch eher nebensächlich, wenn man all dies einfach als die Furcht vor dem Statusverlust abtun kann. Oder etwa nicht?

Ebenfalls interessant erscheint es, dass in Bezug auf den Rechtsruck innerhalb der Jugend immer wieder auch der vermehrte „Judenhass“ im Zuge des Krieges im Gazastreifen angeführt wird, so auch von Trenkamp. Dabei sind es eben gerade junge muslimische Migranten und antifaschistische Gruppen, die sich seit Monaten mit den Palästinensern solidarisieren und für ein freies Palästina demonstrieren, nicht aber rechte Parteien und Organisationen. Doch was wäre ein guter Politikwissenschaftler, wenn er an dieser Stelle keine fingierten Zusammenhänge herbeianalysieren würde?! Zum Abschluss noch ein kontextloser Vergleich von Männern und Hunden, und schon ist die angebliche „Rache der Cis“ hinlänglich erklärt. Danke dafür, „Spiegel Online“!