Ulf Poschardt – Rassist, wer sich nicht mit Deutschen anderer Hausfarbe infiziert

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Vergangenen Samstag hatte ein fleißiger Leser dieser Kolumne eine lange Nacht. Im März hatte Ulf Poschardt meinen KRAUTZONE-Beitrag über den Irankrieg in seinem Artikel „Alice Weidel ist die neue Heidi Reichinnek“ als exemplarisches Beispiel für „Remigration als antiwestlichen Affekt“ angeführt. Seine in den Abendstunden ins Bierselige abgleitenden Tweets gegen Höcke förderten nun neben einigen lustigen Tippfehlern die Frage zutage, wie einer der wenigen Mainstream-Köpfe, die sich zumindest gelegentlich mit neurechten Positionen befassen, eigentlich so konsequent an ihnen vorbeischreiben kann.

Losgetreten wurde alles von einem Höcke-Schnipsel der NGO „SüdheideBUN[D]T – für Demokratie und Vielfalt“, den Poschardt am Donnerstag teilte.

Der Antifa-Account, den er dabei retweetete, schmückt sich übrigens mit einem trophäenartigen Standbild von Charlie Kirk unmittelbar vor seiner Erschießung als X-Hintergrund. Höcke führt darin aus, dass europäische Nationalmannschaften bei der WM, anders, als es etwa mit afrikanischen oder asiatischen der Fall ist, zu einer grauen, migrantisierten Masse geworden sind, die man optisch einzig am Trikot noch auseinanderhalten kann.

Poschardt nannte Höcke daraufhin „Klemmschwester voller Rassismus“ und „ekliger Trottel und bescheinigte der AfD, solange sie ihn duldet zu rechts am Rand zu stehen. Auf eine Erwiderung Höckes folgte ein ethnomasochistischer Erguss über die mangelnde Athletik „kartoffelweißer Waschlappen links und rechts, in welcher er die rasante Heterogenisierung westlicher Nationalteams begründet sieht.

All das lenkt uns natürlich schon vom Kernkonflikt – der ethnischen Verschiebung der Gesamtgesellschaft zuungunsten Einheimischer – auf einen Nebenschauplatz individueller Verantwortung. Und trotzdem will ich den Meritokratie-Punkt kurz aufgreifen, den er dann noch deutlicher ausführte:

„Mir sind Hautfarbe, Religion, sexuelle & politische Orientierung scheißegal. Hauptsache unsere Mannschaft gewinnt. Lässt sich auf alles übertragen: Ökonomie, Kultur, Bildung.“

Auch wenn es Welten von meinem Idealbild entfernt ist, könnte man das natürlich innerlich konsistent vertreten und würde dann wohl irgendwo in der Nachbarschaft von Singapur landen. Doch wie der Schattenmacher schon richtig ausführte, …

… vertritt Poschardt eben selbst das nur in fake, gay und BRD-verträglich. 

Denn vor den harten Konsequenzen, die ein solches rein gewinnorientiertes Leistungsprinzip als oberster Gesellschaftsleitfaden mit sich bringen würde – Berücksichtigung von Genetik und IQ in der Einwanderungs- und Bildungspolitik etwa –, schreckt er zurück. Stattdessen ermahnt er damit nur die kartoffelweißen Waschlappen, ein Symbol der millionenfachen Low-Performer-Migration aus der Dritten Welt zu akzeptieren. 

Er schwelgt in Technokraten-Träumen, die logisch zu Ende geführt auf eine volksblinde Form von Eugenik hinauslaufen müssten. Er rügt damit aber nur Unbehagen über die sichtbaren Folgen gutmenschlicher Dysgenik und globaler Gerechtigkeits-Umverteilung via offene Grenzen. Auf gut Deutsch: Er ist ein nützlicher Idiot mit harmlosen Fantasien, deren Früchte letztlich nur im Entgleisen einer tatsächlichen Rückabwicklung der linksgrünen Agenda bestehen.

Nun aber zum Wesentlichen: Weil der Liberale nur recht behalten kann, wenn er gesellschaftliche Konflikte auf die Individuums-Ebene zerrt, deutet er Höckes Wahrnehmung der Durchmischung westlicher Nationalmannschaften als anschauliches Zeichen für ein Kippen des ethnischen Gefüges der Gesamtgesellschaft zu Missgunst gegenüber dem einzelnen nichtweißen Spieler um. Das ist nicht nur Grundlage seines meritokratischen Waschlappen-Schlags, es kommt auch noch deutlicher (und ulkiger) in folgendem Tippfehler-Tweet zum Tragen:

„Wer sich nicht mit Deutschen anderer Hausfarbe infizieren kann, ist halt am Ende ein Rassist.“

Du musst die Kategorie ethnischer Völker vergessen, ansonsten ist das gemein gegenüber dem einzelnen Felix Nmecha. Nach dieser Kategorie ordnet sich aber die Welt. Was war die erste Frage westlicher Analysten nach Beginn des Irankrieges? Die nach der ethnokulturellen Zusammensetzung: Was machen jetzt die Kurden und die Aseris, was die Araber im angrenzenden Irak?

Durchmischung führt zu Bruchlinien und Dominanzringen, jede westdeutsche Schule lässt grüßen. Der tribale Reflex, in dem das wurzelt, hat sich in Hunderttausenden Jahren evolutionären Drucks tief in der menschlichen Natur eingegraben. Diejenigen, die sich farbenblind(er) verhielten, wurden ausgesiebt oder geschluckt. Der so in uns hineinselektierte Wesenszug ist untilgbar; er lässt sich nur mit psychologischem Missbrauch masochistisch verkehren. Bei einigen Deutschen ist das auf dem Rücken historischer Gräueltaten geschehen, etwa bei Poschardt selbst.

Doch hinter der Schuldbarriere schwelt ein Unbehagen gegenüber dem Anstieg fremder Bevölkerungsteile, das so groß geworden ist, dass selbst Merz es bedienen muss: Seine Stadtbild-Aussage lief auf denselben Gehalt wie der Höcke-Clip hinaus, nur eben in Straßenklamotten statt in Fußballtrikots. „Die ethnische Zusammensetzung kippt sichtlich, das gefällt uns nicht.“

Der daraus folgende politische Schluss, also die Umkehr der Überfremdung, um abzuwenden, untergebuttert zu werden, hat mit dem einzelnen migrantischstämmigen Individuum, das sich mit Deutschland identifiziert, wenig zu tun. Die allgemeine Überwindung ethnischer Interessenkonflikte ist unmöglich und ihr Ausgang ein Zahlenspiel.

Der letzte traurige Trick, den ein Poschardt demgegenüber noch auf der Pfanne hat, ist eine falsche Dichotomie zwischen Farbenblindheit und Reinheitswahn.

Und so betitelt er Höcke in seiner Absage an dessen Herausforderung zu einem sportlichen Wettkampf, um die Waschlappen-Frage zu klären, als „fragilen arischen Waschlappen“

https://twitter.com/ulfposh/status/2071195677607006581

Hier schließt sich der Schuld-Kreis: Ethnie sehen ist ein Lichtschalter. Entweder er ist aus und du musst dich mit elf Schwarzafrikanern im Deutschlandtrikot identifizieren. Oder er ist an und Uropa klopft im Hugo-Boss-Outfit an die Tür.


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