Wรคhrend die letzten vergangenen Jahre eher von Resignation und Unmut im oppositionellen Lager geprรคgt waren, gibt es seit 2023 ordentlich Aufwind. Zum einen liegt das an steigenden Umfragewerten der AfD, die zwar noch keine realpolitische Wirkmรคchtigkeit gezeigt haben, aber doch immerhin in eine richtige Richtung weisen, und zum anderen an dem neuerlangten Selbstbewusstsein in den Gefilden des Internets, das sich spรคtestens seit der รbernahme Twitters durch Elon Musk zu entfalten weiร.
Kampagnen wie der Stolzmonat, bei dem der Regenbogenszene einfach ihr โPride Monthโ genommen und zu unseren Gunsten umgedeutet wurde, zeigen das deutlich. Dass es dem politischen Gegner auf der linken Seite alles andere als lieb ist, dass sich unsere Leute auf Twitter so dreist und frech auffรผhren, ist zum Vergnรผgen unsererseits spรคtestens dann ersichtlich geworden, als beispielsweise Georg Restle, der linksradikale Moderator des ARD-Magazins โMonitorโ, den Stolzmonat diffamierte und versuchte, den bereits als Medienteufel etablierten AfD-Landeschef Bjรถrn Hรถcke als Kopf der Kampagne darzustellen โ was nicht stimmte, da der Stolzmonat vollkommen dezentral โorganisiertโ war. Und von Hรถcke wรผrde sich keine ernst zu nehmende Figur des oppositionellen Lagers mehr distanzieren.
Das Establishment ist also beunruhigt, und da die AfD trotz altbekannter Diffamierungsmethoden weiter in den Umfragen steigt und zudem noch Landtagswahlen in Hessen und Bayern vor der Tรผr stehen, muss eine neue Kampagne her, um die einzige wirkliche Oppositionspartei in der Bundesrepublik zu diffamieren. Seit Neuestem fรคhrt man in den linksliberalen Medien verstรคrkt das Narrativ, dass AfD-Wรคhler sich mit ihrer Wahl nur ins eigene Fleisch schneiden wรผrden, dass die AfD hauptsรคchlich vom โkleinen Manneโ gewรคhlt wรผrde, der damit aus Frust und Protest eine Partei ermรคchtigt, die letzten Endes nur dem Groรkapital dienen und damit seinen Interessen entgegenhandeln wรผrde.
Diese Erzรคhlung ist bei Weitem keine Neuheit, die Linken haben damit auch schon den Aufstieg der NSDAP in den 30er-Jahren zu erklรคren versucht โ der frustrierte Arbeiter ohne Lohn und Brot wรคhlt Hitler, weil der ihm etwas vorlรผgt โ und lagen damit รคhnlich falsch wie heute; wahrscheinlich ist ein Grund, warum man uns jetzt diese Mรคr des bockigen, verfรผhrten Protestwรคhlers erneut erzรคhlt, der, dass man die AfD mit der Hitler-Partei in Verbindung bringen mรถchte.
In Hessen entstand nun auf diesem Narrativ basierend eine neue Wahlkampagne, oder besser, eine Anti-AfD-Kampagne: Unter dem Hashtag โ#Afdneeโ wurden mehrere Bilder auf Twitter verรถffentlicht, auf denen Sachen zu lesen waren wie: โIch wollte nur, dass weniger Auslรคnder ins Land kommen. Jetzt finde ich keine Azubis mehrโ oder: โIch fand nur dieses Gendern affig. Jetzt darf meine behinderte Tochter nicht mehr auf die รถffentliche Schuleโ. Dazu noch betroffen dreinblickende Menschen, und das warโs. Fertig ist die neue Schmutzkampagne. Ohne viel Aufwand, aber dafรผr wahrscheinlich umso teurer. Verรถffentlicht wurden die Bilder auf dem Twitter-Account der Kampagne.

Mit wenigen Klicks erfรคhrt man รผber die Netzseite โAfdnee.deโ, woher die Idee eigentlich kommt: Zuerst erfรคhrt man, dass die AfDnee-Kampagne auf Initiative des โVereins fรผr demokratische Bildung und Kultur โ Demokult e.V.โ gestartet wurde. Dessen Vorsitzender ist Philipp Jacks, und wer ist Philipp Jacks? Ein hohes Tier im DGB Hessen-Thรผringen. Der DGB, das ist der Deutsche Gewerkschaftsbund, dessen Vorsitzende รผbrigens die SPD-Frau Yasmin Fahimi ist. รbrigens: Die Stellvertreter von Jacks beim Demokult-Verein entstammen der IG Metall und Verdi โ sind also linksradikale Gewerkschaftler. Das alles ist bei Weitem nicht รผberraschend, aber dennoch immer wieder schรถn anzusehen, wie verzweigt doch die Kathedrale der Demokratie ist.
Umso schรถner war allerdings die Reaktion unseres Lagers auf die Kampagne. So blรถd und so billig, wie das Original war, so einfach lieร es sich vereinnahmen: Man hat einfach die AfD-diffamierenden Botschaften durch positive oder gar vรถllig รผbertriebene Botschaften ersetzt. Von โIch wollte keine โgrรผneโ Planwirtschaft. Nun kann ich nachts ohne Angst wieder allein vor die Tรผrโ bis hin zu โZuerst wollte ich nur, dass Lebensmittel wieder gรผnstiger werden. Jetzt liefert Dallmayr den Kaffee steuerfrei aus Deutsch-Ostafrikaโ. Man sieht: Unser Lager weiร seinen Humor zu zeigen. Mit Witz hat man eine lรคcherliche Schmรคhkampagne in eine humorvolle Eigenwerbung verwandelt.
Wie viele Menschen solche Streiche wirklich erreichen, lรคsst sich nicht abschรคtzen, wohl aber kann man sagen, dass unsere eigenen Bilder bereits mehr Reichweite haben als das Original โ allein, weil die eigentliche AfDnee-Kampagne nur sechs Bilder produziert hat, unsere eigenen aber weitaus mehr. Ich jedenfalls habe den รberblick verloren โ ein weiterer Vorteil der dezentralen Organisation unseres Lagers. Im Groรen und Ganzen lรคsst sich sagen: Wir haben unseren Mut, zumindest unsere Lebensfreude wiedererrungen. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, es ist immerhin etwas. Wenn wir herausgefordert werden, so nehmen wir den Handschuh auf โ das sei gewiss! Und auch Sklaventreiberchef Mรผller hat sich nicht lumpen lassen: โErst wollte ich nur, dass die Eifel deutsch bleibt. Jetzt habe ich sogar den Eiffelturm zurรผckโ. Tja, dann: Wรคhlt AfD, dann wird sogar Versailles gerรคcht!

