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Reden wir über Sozialismus – Klimagerechte Kriegswirtschaft

22. April 2023

Klimawandel. Klimanotstand. Klimakrise! Der Westen hat sich einem regelrechten Endzeitglauben unterworfen, der gleich einem bösartigen Virus aus dem Laboratorium der „Experten“ entwichen ist und sich mit einer akzelerierenden Dynamik in den Staaten verbreitet. Am Anfang dieser Konstruktion stand der bloße Verdacht, dass das rasante Wirtschafts- und Wohlstandswachstum des Westens doch irgendwann vorbei sein müsse.

1972 veröffentlichte der Club of Rome seine Prognose über die „Grenzen des Wachstums“ und prophezeite, dass der Ressourcenbedarf der wachsenden Weltbevölkerung schon bald nicht mehr zu decken sei. Die gängige, von Altlinken so gerne rezitierte Parole war geboren: „In einer endlichen Welt gibt es kein unendliches Wachstum.“ Die Kurzsichtigkeit dieser fatalistischen Prophezeiung wurde seinerzeit noch scharf kritisiert, denn der Club of Rome hatte den Technologiewandel und die Zunahme der Produktivität nicht berücksichtigt. Aber nicht nur das: Es waren die darauffolgenden Jahrzehnte selbst, die zeigten, dass die Weltbevölkerung sehr wohl zunehmen kann, ohne dass die malthusianische Sense zuschlägt. 1970 bevölkerten 3,7 Milliarden Menschen den Planeten, mittlerweile sind es mehr als acht Milliarden!

Aber all das spielt keine Rolle, denn die Hybris der „Globalsteuerung“ war geboren. Über Jahrzehnte konnte der Club of Rome sein Netzwerk ausbauen, Interessierte zusammenbringen und an seinen Prognosen herumdoktern – ohne dabei die eigentliche Stoßrichtung aufzugeben. Nicht einmal 30 Jahre nach den „Grenzen des Wachstums“ wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet, in dem die Industrieländer den Glauben an den menschengemachten Klimawandel offiziell annahmen und sich deswegen verpflichteten, ihre Treibhausgase zu reduzieren. 2015 folgte schließlich das Übereinkommen von Paris, in dem sich die Vertragsländer verpflichteten, die globale Temperatur auf unter 2 Grad des vorindustriellen Niveaus zu reduzieren.


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Auf die Hybris, die hinter so einem Vorhaben steht, einzugehen, würde den Rahmen dieser Kolumne sprengen. Hier spricht augenscheinlich nichts als Größenwahn und Geschichtsvergessenheit, denn Klima bedeutet Schwankung und Veränderung, Klima erfordert seit jeher Anpassung des Menschen an seine Umgebung. Das interessiert die Gläubigen der Weltuntergangskirche aber nicht – eine Bekannte fragte mich neulich ernsthaft, ob ich denn wirklich nicht glauben würde, dass Tsunamis das Resultat des menschengemachten Klimawandels seien.

Ansteigende Graphen, warnende Experten, der Hinweis auf den heißesten Juli seit vier Jahren, begleitet von Fernsehbildern aus der Sahara, dazu hier mal ein Kinofilm und da mal ein „‚Spiegel‘-Bestseller“ über Megafluten und Megadürren, fertig ist das Theater. Hinter dem Vorhang lässt sich hingegen das alte Spiel beobachten. Wirtschaftliche Interessen, persönliche Seilschaften, korrupte Politiker. In diesem Klima ist vieles möglich, hier lässt sich Geld verdienen. Eifrige Netzwerker wie Patrick Graichen machen sich an die Arbeit, überforderte Kinderbuchautoren dürfen plötzlich ihre Schale Müsli mit Wasser beiseitestellen und auf dem WEF bei den ganz Großen mitspielen. Wo das Klimawandel-begründete Aus für völlig funktionsfähige Öl- und Gasheizungen verkündet wird, da reibt sich selbstredend die „Zukunftsindustrie“ die Hände.

Es ist ein bisschen wie nach dem Krieg, als zerstörte Häuser, verlorene Habseligkeiten und geraubte Maschinen auch erst wieder ersetzt werden mussten. Nachfrage. Daraufhin Angebot. Wachsender Wohlstand, noch mehr Nachfrage. Noch mehr Angebot. Das Geheimnis des Wirtschaftswunders, oder? Aber unsere Autos und Heizungen und Wohnungen und weiß der Geier was noch müssen nicht erst zerstört werden. Das Prädikat „klimaschädlich“ erledigt die Arbeit einer 500-Pfund-Bombe. Der Unterschied zwischen damals und heute, zwischen der Bonner Nachkriegsrepublik und der Berliner Klimademokratur, ist: Der Wiederaufbau gelang, weil Frieden herrschte. Es flogen keine Bomben mehr vom Himmel. Die Klimakrise hingegen ist der latente Kriegszustand. Frieden wird es nicht mehr geben.

Dieser Meinung ist auch die linke Planwirtschaftlerin Ulrike Herrmann – als Produzentin alarmistischer Bücher auch eine Profiteurin des Klimawandels –, die allen Ernstes und vom Mainstream unhinterfragt fordert, dass die englische Kriegswirtschaft das Zukunftsmodell für ein klimagerechtes Deutschland sei.

So was führt zu so was, liebe Freunde des „Postwachstumsdiskurses“. Ein Deutschland, das sich den Klimakrieg herbeiimaginiert, seine sichere und günstige Energieversorgung aufgibt, den Wohlstand seiner Bürger zerstört und demnächst die Preise für Madenbrot und Mandelmilch festsetzt, ist ein Land ohne Zukunft. Staat und Bevölkerung werden dann vor Problemen stehen, neben denen zwei Grad Celsius mehr oder weniger auch keine Rolle mehr spielen.

Autor

Friedrich Fechter

Fechter studiert im Herzen Deutschlands und muss sich an seiner linksversifften Universität den typischen Gängelungen aussetzen. Er interessiert sich für Kunst, Geschichte und ist Meister der Halbsätze. Als Fechter das erste Mal ein Cover der Krautzone sah, hielt er das pixelige Layout für eine durchtriebene Werbestrategie. "Bestimmt", dachte er sich beim Durchblättern, "hier sind verschlagene Profis am Werk."


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